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Carlo Maria Martini. Wenn das Wort verstummt
Modena, Damiano
Produktabbildung
Mitwirkende:Aus d. Ital. v. Liesenfeld, Stefan
Einband:gebunden
Abmessungen:21 x 13 cm
Seiten:160
Erschienen:03/2014
ISBN:978-3-7346-1001-1
Leseprobe:» Hier online ansehen
16,95 EUR
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»Wir hüten die Worte von Martini in unserem Herzen und möchten sie unseren Freunden und Kindern weitergeben«, schrieb Ferruccio de Bortoli, der Direktor des Corriere della Sera, zu diesem Buch. Was Martini, der langjährige Erzbischof von Mailand, zu sagen hatte, das
hatte und hat Gewicht - bis heute. Papst Franziskus nimmt immer wieder Bezug auf ihn. Gezeichnet von seiner Parkinson-Erkrankung, fast unfähig zu sprechen, hat Carlo Maria Martini umso mehr „gesprochen“: durch seine Aufmerksamkeit und Aufrichtigkeit - nicht zuletzt in Momenten, in denen auch Gott zu verstummen schien …
»La messa è finita. Andiamo in pace - … Gehen wir in Frieden!«
(Carlo M. Martini am Ende der hl. Messe am Vortag seines Todes)
Der Autor: Pater Damiano Modena stand Martini in der schwersten Zeit seines Lebens als Privatsekretär zur Seite. Er hat die Höhen und Tiefen, die Begegnungen mit „einfachen Leuten“ und Persönlichkeiten, u. a. mit Papst Benedikt, aus nächster Nähe miterlebt. Mit größtmöglicher Offenheit und der gebotenen Diskretion lässt er die Leser/innen teilhaben an einem in aller Härte doch „wie von oben begleiteten“ Abschied.
"Depressiv zu Boden schauen.
Die Stimme zu verlieren, war für den Meister der Sprache Kardinal Carlo Maria Mrtini das größte Leid. Ein Jesuit notierte Bewegendes aus den letzten Monaten. (...) Der Erzbischof war ein Meister des Wortes. Vor allem legte er die Bibel für die Gegenwart aus. Über 100 Bücher verfasste er. Eines der letzten schrieb er nicht mehr selber, sondern der Jesuit Damiano Modena, sei Sektretär, der ihn mit Pflegekräften zuletzt begleitete. Nähren kann das Buch Menschen, die in ihren Stärken schwach werden, die vielleicht unter Parkinson wie Martini leiden, die auf ihre letzten Lebenstage zugehen (was im Prinzip alle tun). Unzählige depressive Menschen hatte Martini begleigtet; ohne Scheu nahm er auch bei sich solche Pfasen wahr. Jetzt kömpfte er nicht mehr dagegen an, sei "ein buchstäblich gebeugter Mann". Damiano Modena deutet theologisch: Nach unten zu blicken statt nach vorn, das wird zum Problem - nicht nur physisch. Gott allein kann in diese Richtung schauen..., ohne depressiv zu werden." Der Mensch ertrage den ständigen Blick nach unten nicht. Er müsse immer wieder auch nach oben schauen können."
Johann A. Bauer, Sonntagsblatt für Steiermark, 4. Dezember 2016

„Erspart bleibt dem Leser nichts. Der Verfall eines Großen wird hier geschildert, aus nächster Nähe. Die Beobachtungen berühren. Indiskret sind sie nicht. Aber sie beschönigen auch nichts, nur weil ein Kardinal, ein prominenter Bibelwissenschaftler und weltweit gefragter geistlicher Autor dem Tod in die Augen schaut - und langsam, sehr langsam Abschied nehmen muss von körperlicher wie geistiger Mobilität. […] Don Damiano fragt Martini, ob er etwas braucht. Die Antwort: ‚Ich bin bereit für den Tod.‘ Der 31. August 2012 ist ein Freitag. Jesus ist um drei Uhr gestorben.
‚Nach drei Jahren, die wir zusammen verbracht haben, weiß ich, dass man bei Carlo Maria Martini nie abgelenkt sein sollte, nie. Ich beobachte, wie er atmet. Wie viel hat er in Bewegung gesetzt …Dann der letzte Atemzug …‘: Freitag,15:40 Uhr. Eine Frau bringt einen Blumenstrauß aus dem Park. Niemand beachtet ihn. Zwei Wochen später blüht er immer noch, wie am 31. August. Welches Bild könnte besser aussagen, was Carlo Maria Martini in seinem Leben als Jesuit, Wissenschaftler, Erzbischof und Kardinal zum Blühen gebracht hat? Über seinen Tod hinaus.“
Andreas R. Batlogg SJ

„… Modena erzählt in einfühlsamer, oft poetischer Sprache, die Eindrücke und Stimmungen ins Wort zu bringen vermag, die über das Sagbare hinausgehen. Es sind kleine und große Begebenheiten in einem immer mühsameren Alltag, der ganz durchwoben ist von Gebet und beständiger Suche nach Gott. Ein wenig verlegen legt man das Buch zur Seite, als sei man - trotz aller Diskretion - Zeuge von etwas allzu Persönlichem geworden. Aber auch dankbar und auf paradoxe Weise ermutigt.“
Klaus Baumann, Geist und Leben, 1/2015

"Wer das Buch liest, begleitet einen Menschen in schwerer Krankheit mit ihrem Auf und Ab, mit Hoffen und Bangen, in besseren und schweren Tagen. Man erlebt einen Kirchenmann ganz Mensch und menschlich. Ich empfehle das Buch allen, die Carlo Maria Martini von seinen Büchern her kennen und schätzen - viele hätten ihn zu seiner Zeit als Papst gesehen. Ich empfehle das Buch allen, die Kranke und Schwerkranke auf ihrem Lebensweg bis hinein ins Sterben begleiten."
Karl Heidingsfelder, Ursberger Josefsbote 3/2015