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Hörbuch Forever Young, Bob Dylan!
Wie der Rock-Rebell Gott sucht, Eigensinn lebt und den Frieden besingt
Uwe Birnstein
Produktabbildung
Mitwirkende:Sprecher: Uwe Birnstein
Ausstattung:Hörbuch, 3 CDs, 240 Minuten
Erschienen:5/2021
ISBN:978-3-7346-1279-4

» Christina-Maria Purkert im Gespräch mit Uwe Birnstein WDR „Diesseits von Eden“ 24.5.2021
18,00 EUR
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Uwe Birnsteins Hommage an Bob Dylan anlässlich seines 80. Geburtstags

„Knockin' on Heavens Door“, „Blowin' in the Wind“, „The Times are a-Changin'“: Mit seinen Songs spiegelt und prägt Bob Dylan seit den 1960er Jahren das Lebensgefühl der Protest-Generation. Was vielen unbekannt ist: Wie ein roter Faden durchziehen von Anfang an religiöse Themen seine Lieder. Mit prophetischem Pathos beklagt Dylan Ungerechtigkeit und mahnt vor der Apokalypse. In wunderschönen Bildern lässt er die irdische mit der himmlischen Liebe verschmelzen.
Eindringlich schildert er Begegnungen mit Engeln und Glaubenserfahrungen mit Gott und Jesus. Auf verblüffende Weise lässt er biblische Gestalten wiederaufleben. Die Schönheit und Tiefe seiner Sprache wurde 2016 mit dem Literaturnobelpreis geehrt. Dylans Wirken changiert zwischen Protestsänger, Troubadour und Rock-Poet.

Uwe Birnstein geht auf die Suche nach den religiösen Spuren in Bob Dylans Werk. Er schildert, wie der jüdisch geborene Bob Dylan die biblische Überlieferung als Schatzkiste und Inspirationsquelle nutzt. Es wird deutlich: Die Fragen nach Gnade, Gericht und Erlösung durchziehen Dylans gesamtes Leben und Werk. Die kluge und kreative Art und Weise, mit der er nach Antworten sucht, machen Dylan zu einem der wichtigsten Botschafter des Glaubens der Pop-Generation.

Birnstein, Uwe

Uwe Birnstein (*1962), evangelischer Theologe, arbeitet seit 1991 als Journalist für Printmedien, Hörfunk und Fernsehen. Bekannt durch Beiträge in der ZEIT, der taz und bei ARD-Sendern sowie als Autor mehrerer Bücher, u. a. über historische und heutige Persönlichkeiten aus dem christlichen Bereich. Seine Biografie über Margot Käßmann wurde zum SPIEGEL-Bestseller. Auch als Musiker ist Uwe Birnstein seit langem unterwegs, z. B. mit einem Programm über „Luther & Lindenberg – Zwei Deutsche für ein Halleluja“ – und neuerdings über Leonard Cohen und Bob Dylan.
Foto: Maren Kolf

» Titelliste

Ein Rock-Rebell wurde 80
Wer kennt nicht wenigstens ein, zwei Lieder von ihm - von Rocklegende Bob Dylan? Blowin' in the Wind oder Knockin' on Heavens Door zum Beispiel. Seit den 60er Jahren prägt er das Lebensgefühl der Protest-Generation. Weniger bekannt ist, dass Bob Dylan in vielen Songs religiöse Themen verarbeitet. Biblische Überlieferungen nutzt er als Inspirationsquelle. Mit dem Literaturnobelpreis wurde die Tiefe und Schönheit seiner Sprache gewürdigt. Dabei bleibt er sich immer treu, ist eigensinnig, auch unbequem. Eine Suche nach den religiösen Spuren im Werk des Rockpoeten."
(tdh), Tag des Herrn, Nummer 30, 1. August 2021

"Dylan und die Bibel
Dass Bob Dylans Songtexte religiös aufgeladen sind, ist nichts Neues. Nach den frühen Protestliedern finden sich besonders in seiner christlichen Pfase um 1980 ungezählte biblische Bezüge in der musikalischen Lyrik des Nobelpreisträgers, und auch nach der Rückwendung zu den jüdischen Wurzeln nutzt Dylan die Bibel als Schatzkiste. Ungezählte Bezüge? Der Journalist und Theologe Uwe Birnstein versucht, Dylans Verarbeitung des Alten und des Neuen Testaments auf den Grund zu gehen. Die Hommage zum 80. Geburtstag listet »von Abraham bis zum verlorenen Sohn« die biblischen Bezüge im Werk des legendären Rock-Poeten auf, seit dieser vor 60 Jahren erstmals in New York die Bühne betrat. Was Birnstein findet, sind verwirrende und widersprüchliche Anspielungen, aber auch »tröstliche und lebenskluge Botschaften«. Birnstein zeichnet Dylans Glaubensgeschichte nach, will dessen »spirituelle Spur« finden. Das ist nicht einfach, wie jeder Fan weiß, der schon an Dylan-Texten herumgerätselt hat. Genügend Geheimnisse bleiben. Schlimm? Zum 80. Geburtstag schreibt die FAZ: »Zum Glück singt Bob Dylan so undeutlich, dass man eh nur die Hälfte versteht."
Lothar Simmank, blick in die kirche / Für Mitarbeitende / 4-2021

Biografische Spurensuchen zu Glaubensfragen (vgl. zu Margot Käßmann: ID-A 21/18) sind eine wichtige Facette im publizistischen Schaffen des Theologen und Journalisten U. Birnstein. Hier nun legt er anlässlich des 80. Geburtstages von Bob Dylan eine Hommage des Rock-Rebellen vor, die er weder als Biografie noch als Lehrbuch zum Thema Glauben verstanden wissen will. Vielmehr versucht er, einen spirituellen Faden aufzunehmen, den er im Leben wie im künstlerischen Wirken des Musikers und Literaten erkennt und mit diesem Buch in einer Beziehung zur jüdisch-christlichen Tradition beschreibt und deutet. Beginnend in der Kindheit setzt er dabei zunächst chronologisch an, geht ausführlich auf Dylans jüdischen Wurzeln ein, macht biblische Bezüge in seinen Liedern aus wie auch Annäherung zum Christentum. Der Streifzug, illustriert von zahlreichen Fotos, schließt mit einer Zeittafel, Links und Literaturtipps. (...)
Susanne Brandt, ekz-Publikation ID bzw. IN 2021/26

Bob Dylan: Rock-Rebell sucht Gott
Buchtipp
Bob Dylan hat im Lauf seines Lebens viele Etiketten ertragen müssen. Jetzt ist er 80 Jahre alt geworden

Robert Allen Zimmerman wurde 1941 als Enkel von aus Osteuropa in die USA eingewanderten jüdischen Großeltern geboren. Als Jugendlicher entbrennt er für Folk-Musik. Mit 19 taucht er in die Intellektuellen-Welt New Yorks ein. "Bob Dylan" nennt er sich nun und wird als Folksänger berühmt. Sein "Blowing in the Wind" wir zur Hymne der Friedsbewegung. Das Lied "The Times, They Are A-Changing" beschreibt auch seinen eigenen Mut zur steten Veränderung. 1965 tauscht Dylan die akustische gegen eine E-Gitarre aus und spielt Rockmusik. Viele seiner Songs sind geniale Wort-Collagen. 1979, in einer Lebenskrise, erlebt Dylan eine Bekehrung zu Jesus; nun wirkt er wie ein Missionar. auch das wird nur eine Phase sein, aber Dylan bleibt sich sicher,"dass es einen großen göttlichen Sinn hinter allem" gibt.
Uwe Birnstein, Evangelisches Frankfurt und Offenbach, Ausgabe 3, 6. Juni 2021

Raue und laute Wege
Eine Würdigung zum 80. Geburtstag von Bob Dylan / Rastloser Prophet und Pilger

(...) Während in den USA oder in England gelehrte Abhandlungen über Dylans Glauben und Unglauben erscheinen oder Rabbiner und Theologen diskutieren, ob Dylan nun Jude, Christ, Judenchrist, Agnostiker, Zyniker oder alles zusammen sei, wird Dylans Religiosität in Deutschland weitgehend verschwiegen – „als handele es sich um einen Schandfleck“, so der Musikwissenschaftler und Philosoph Richard Klein.
Erst jetzt hat der Theologe Uwe Birnstein ein Buch veröffentlicht, das sich dem Thema ausführlich widmet („Forever Young, Bob Dylan! Wie der Rock-Rebell Gott sucht, Eigensinn lebt und den Frieden besingt“). Allein Dylans Album „John Wesley Harding“ (1967), hat Birnstein herausgefunden, enthalte 60 Anspielungen auf die Bibel.
Bleibt sich Bob Dylan, der rastlose Prophet und Pilger, treu, dürfen seine Jünger und Fans auf ein weiteres Album hoffen.
Es wäre das 40. – die Zahl 40 steht in der Bibel für Vollkommenheit."
Gastbeitrag von Uwe von Seltmann, aus Müsen stammender freier Publizist, Schriftsteller und Dokumentarfilmer, Siegener Zeitung, 22.05.2021

Ein Rock-Rebell sucht Gott. Bob Dylan wird 80.
Protest-Sänger, Rock-Rebell, wiedergeborener Christ – Bob Dylan hat viele Etiketten ertragen müssen. Souverän hat er sie sich abgerissen. Auch die Erwartungen seines Publikums hat er regelmäßig enttäuscht. Am 24. Mai feiert Dylan seinen 80. Geburtstag. Ein Beitrag von Uwe Birnstein.
Robert Allen Zimmerman wurde 1942 in Duluth, Minnesota geboren, als Enkel von aus Osteuropa in die USA eingewanderten jüdischen Großeltern. Er entbrennt für Folk-Musik. Mit 19 taucht er in die Intellektuellen-Welt New Yorks ein.
„Bob Dylan“ nennt er sich nun und wird schnell als Folksänger berühmt. Zu Gitarre und Mundharmonika erzählt er mit sehnsüchtiger Reibeisenstimme Lieder von Menschen, die Ungerechtigkeit zu erleiden zu haben. „Blowing in the Wind” wird zu einer Hymne der Friedensbewegung.
Davon, dass sich die Zeiten ändern, singt er: „The Times, They Are a-Changing”. Das Lied beschreibt auch seinen eigenen Mut zur steten Veränderung. 1965 tauscht er die akustische gegen eine E-Gitarre aus und spielt Rockmusik statt Folk. Viele seiner Songs sind geniale Wort-Collagen.
Daneben singt Dylan herzzerreißende Liebeslieder, bei denen man oft nicht weiß: Meint er die Liebe zu einer Frau oder die zu Gott? Für seinen Sohn Jakob schreibt er ein frommes Segenslied: „May God bless and keep you always”, „Möge Gott Dich segnen und immer behüten.”
1979, in einer Lebenskrise, erlebt Dylan eine Bekehrung zu Jesus; nun wirkt er wie ein Missionar. Doch auch das bleibt eine Phase. Großartige tiefsinnige Lieder erscheinen danach, auf denen er mit dem Zeitgeist und der himmelschreienden Ungerechtigkeit, mit sich selbst und auch mit Gott ins Gericht geht. Aber er bleibt sich sicher „dass es einen großen göttlichen Sinn hinter allem” gibt.
Die Tiefe seiner Texte überzeugt 2016 auch das Nobelpreis-Komitee, das ihm den Literaturnobelpreis verleiht. Einer seiner aktuellen Songs klingt wie ein fromm-lebenssattes Vermächtnis: In „I’ve Made Up My Mind to Give Myself to You“ hört man ihn auf der Terrasse unter dem Sternenhimmel mit alter Stimme über das Leben sinnieren, im Hintergrund summt ein Chor die Melodie der „Barcarole“ aus Jacques Offenbachs Oper „Hoffmans Erzählungen“.
„Hätte ich die Flügel einer schneeweißen Taube, würde ich das Evangelium der Liebe predigen“, singt Dylan und hofft, „dass die Götter es mir leicht machen“. Und dann der Satz: „Ich habe mich entschlossen, mich dir hinzugeben.“ Wow.
Evangelisches Frankfurt und Offenbach, 4. Mai 2021