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Neu entbrennen
Impulse aus dem Hohelied
Christian de Chergé - Prior der Mönche von Tibhirine
Produktabbildung
Herausgeber:Salenson, Christian
Einband:kartoniert
Abmessungen:19 x 11 cm
Seiten:176
Erschienen:08/2016
ISBN:978-3-7346-1057-8
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» zur DVD "Von Menschen und Göttern"
14,95 EUR
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Christian de Chergé wurde am 8. Dezember 2018 gemeinsam mit 18 weiteren algerischen Märtyrern seliggesprochen.

Das alttestamentliche Hohelied ist ein Liebeslied; es kann auch als Bild für die Gottesbeziehung verstanden werden. Christian de Chergé greift die als Imperative formulierten inständigen Bitten und Wünsche auf: Zieh mich zu dir! Steh auf! Komm, komm zurück! … Er führt die Leserinnen und Leser zu einer Auseinandersetzung mit ihrem Glauben und ihrem Leben, ihrem Suchen und ihrer - vielleicht unter der Asche glimmenden - Sehnsucht nach einer lebendigen Beziehung zu jenem Gott, der nichts als Liebe ist.

Christian Salenson, ausgewiesener Kenner der schriftlichen Hinterlassenschaft des Priors der Mönche von Tibhirine, hat die französische Ausgabe betreut. Am Ende jedes Kapitels gibt er den Leserinnen und Lesern Anregungen zur eigenen Vertiefung mit auf den Weg.

Salenson, Christian

Christian Salenson, Priester der Diözese Nîmes, war Rektor des Seminars von Avignon und Generalvikar seiner Diözese. Er ist Direktor und Dozent am Institut de Sciences et Théologie des Religions (ISTR) in Marseille. Einer seiner Forschungsschwerpunkte sind Werk und Theologie von Christian de Chergé.

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de Chergé, Christian

Dom Christian de Chergé OCSO (* 18. Januar 1937 in Colmar, Dep. Haut-Rhin; † 21. Mai 1996 in Algerien) war ein französischer Trappist und Prior des Klosters »Notre-Dame de l’Atlas« in Tibhirine, Algerien (Erzbistum Algier). Er wurde 1996 zusammen mit sechs Mitbrüdern ermordet.
Chergé, der den Islam seit seiner Kindheit kannte, setzte sich sehr für den christlich-muslimischen Dialog ein. Er war Mitglied des von den benediktinischen Orden (OSB, OCist und OCSO) initiierten Forums »Dialogue interreligieux monastique« (DIM). Sein wahrscheinlich am 6. Januar 1994 aus früheren Niederschriften zusammengestelltes, an Pfingsten 2006 (26. Mai) eröffnetes Testament zählt, obwohl nur ein kurzer Text, heute zu den Klassikern moderner religiöser Literatur. Der schriftliche Nachlass Chergés, der vor allem Betrachtungen über die Gemeinschaft der Heiligen und die Eschatologie hinterlassen hat, wird heute von der Abtei Aiguebelle verwaltet und veröffentlicht.
Christian de Chergé wird am 8. Dezember 2018 gemeinsam mit 18 weiteren algerischen Märtyrern seliggesprochen.

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"(...) Die Texte dieser Liebeslieder im Alten Testament nimmt der 1996 mit seinen Mitbrüdern ermordete Pater zu Grundlage seiner Ausführungen. Dazu steuert Salenson Erläuterungen und vor allem Implulse bei, die wohl auch der Autor gegeben haben wird; sie liegen aber offensichtlich nicht mehr schriftlich vor. Liebesgedichte mystisch zu deuten ist nicht immer einfach, denn der Text soll ja nicht beim Wortwörtlichen stecken bleiben, sonder eben auf das Verhältnis Gott und die Seele übertragen werden. Das gelingt dem Autor gut, und wer sich mit diesen Texten - und auch den entsprechenden Impulsen - auseinandersetzt, wird sicher für sein geistliches Leben Nahrung finden.
P. Lukas Schenker, Mariastein, Ausgabe März/April 2017

"Dieses Buch ist Ausdruck des leidenschaftlichen Vertrauens auf den lebendigen Gott. Doch Christian de Chergé macht in seinen Exerzitien für Ordensschwestern (die sich ebenso an Christinnen und Christen "mitten in der Welt" richten) deutlich, dass der Glaube immer auch ein Suchen ist, ein Unterwegssein, ein nie endender Dialog. Biblische Texte werden vom Prior fruchtbar gemacht, um den Glauben "neu entbrennen" zu lassen: Ein knappes Werk, doch voll spiritueller Kraft. Sehr zu empfehlen!"
Dr. Georg Schwickart, 7/2017

"...Dieser Text wurde während der Exerzitien gelesen; der Bezug zur Thematik des Hoheliedes ist unschwer zu erkennen. Der Anhang enthält darüber hinaus Ausführungen, zu denen sich Chergé durch die Gespräche während der Exerzitien inspiriert sah. Sie behandeln die Themen Versöhnung als Akt des Glaubens, Gehorsam u. Sendung, Glauben u. Suchen. Chergé nimmt in seinen Überlegungen auch die geistliche Tradition in Anspruch. Dabei kommt nicht nur häufig Bernhard von Clairvaux zu Wort, sondern auch Hadewijch, Franz von Sales, Therese von Lisieux, Irenäus von Lyon sowie Stimmenaus dem Islam u. aus der indischen Mystik. Am Ende der einzelnen Kapitel finden sich wertvolle Impulse zur Vertiefung aus der Feder von Salenson. Dessen Anregungen erweisen sich als kongenial zu jenen Chergés, zeigen gute Menschenkenntnis u. Erfahrung in den Zusammenhängen geistlichen Lebens. Angesprochen waren im ursprünglichen Kontext dieser Hoheliedauslegungen Ordensfrauen, die in muslimischer Umgebung lebten u. arbeiteten. Aber über diesen Kreis hinaus sind die hier vorliegenden Gedanken bedeutsam für alle, die am geistlichen Leben dranbleiben wollen u. Vertiefung suchen. Den Eifer des Anfangs wieder entfachen, die erste Liebe nicht vergessen, die Zweite Bekehrung wagen, also Neu entbrennen - das sind und bleiben die entscheidenden Aufgaben auf dem Weg des Glaubens, der ja zu Ende gegangen werden will. Es ist zu wünschen, dass noch mehr Texte aus dem Nachlass Christian de Chergés u. der anderen Mönche von Tibhirine ins Deutsche übersetzt werden."
Christoph Benke, Geist & Leben, Heft 3/2017


"Über die Zugkraft der Gnade
Die Exerzitien über das Hohelied, die Christian de Chergé bei den Kleinen Schwestern Jesu gehalten hat, sind nun auf Deutsch erschienen.
Christian de Chergé geht es um das Herzstück des Glaubens - die Liebe ist und das Leben wieder reich und erfüllt machen kann. Auf diese Suche nimmt er die Leser mit und regt sie zur Auseinandersetzung mit ihrem eigenen Leben und Glauben an.
Christian de Chergé und das Schicksal der Münche von Tibhirine sind weltweit durch den Film von Xavier Beuvois "Von Menschen und Göttern" bekannt geworden. Damit gerieten auch die literarischen Zeugnisse der Trappistenmönche außerhalb des französichen Sprachraums ins Zentrum des Interesses. Ins Deutsche wurden jedoch bis jetzt nur wenige Texte übersetzt und veröffentlicht. Daher ist es umso erfreulicher, dass nun die Exerzitien über das Hohelied, welche Christian de Chergé im Jahr 1990 bei den Kleinen Schwestern Jesu in Mohannedia (Marokko) gehalten hat, erschienen sind. (...)
Christian de Chergé geht es nicht darum, in den Exerzitien dieses Buch Vers für Vers auszulegen, sondern er wählt für seine Bertrachtungen sechs Imperative aus, die helfen können zu leben. Dabei beleuchtet Pater Christian die Imperative immer von mehreren Seiten. (...)
Der Prior von Tibhirine stellt aber auch die Frage, was uns Christen für andere anziehend machen kann. Für ihn kann dies nur geschehen, "wenn wir unserer tiefsten Berufung als Abbild Gottes entsprechen", und dies nicht nur als Einzelne, sonder in solidarischer Gemeinschaft. (...)
... Die Armut weist für Ihn beispielsweise auf die Befürftigkeit hin und er kann darin sowohl die Bedürftigkeit des Menschen als auch die Bedürftigkeit Gottes erkennen. Die menschliche Armut ist der Antrieb, Gott zu suchen, aber auch dieser Gott ist bedürftig, weil er uns Menschen sehen möchte. "So sollten wir uns Gott denken, als einen Liebenden, der zu uns kommt, um uns anzuschauen."
Hier lässt sich etwas von der Tiefe der Gedanken erahnen, welche Christian de Chergé in den Exerzitien darlegt. Es geht ihm letztlich um diese Liebe, die Zärtlichkeit Gottes zu entdecken und die Schönheit dieser Liebe, die immer auch etwas kostet. Es lohnt sich also, dieses Buch zu lesen und immer wieder aus den Händen zu legen, um das Gelesene auch bei sich ankommen zu lassen. Dabei können die Impulse zur Reflexion helfen, welche der Herausgeber Christian Salenson nach jedem Kapitel angefügt hat. Er greift einzelne Impulse heraus, überträgt sie auf den Alltag und stellt ganz konkrete Fragen zur persönlichen Betrachtung. So kann das Hohelied wirklich zum Buch für die ganz große Liebe werden - zwischen Gott und jedem Einzelnen."
Kordula Kranzdorf, Die Tagespost, 4/2017

"Ergreifend
Christian de Chergé war Prior der Mönche von Tibhirine. Ihm und seinen Mitbrüdern wurde ein Denkmal gesetzt im Kinofilm „Von Menschen und Göttern“. Er starb als Märtyrer. Seine Texte zum biblischen Liebeslied öffnen Türen!"
(job) Glaube und Leben / Der Sonntag / Bonifatiusbote, Nr. 15/2017